Ausstellung
Museumszentrum Lorsch
Bettina Rothenheber und Lars Gölz zeigen ab 6. Oktober
ihre Bilder im Museumszentrum Lorsch.
Ab kommenden Mittwoch zeigen die beiden Künstler
Bettina Rothenheber und Lars Gölz zum letzten Mal in diesem
Jahr ihre Ausstellung „Lost Tales“. Bereits an mehreren
Orten in der Region waren die Bilder, Zeichnungen
und Fotokompositionen zu sehen: In Heppenheim, in
Worms und in Bürstadt präsentierten die beiden Lorscher
jeweils mehrere Wochen die 19, zum größten Teil
großformatigen Werke. Do-rt sorgten die Bilder auf
Grund ihres düsteren Inhalts bereits für reichlichen
Gesprächsstoff, was von Bettina Rothenheber und Lars
Gölz durchaus beabsichtigt ist: „Die Bilder sollen zum
Nachdenken anregen.“ Sowohl die Bildtitel als auch die
Zitate berühmter Dichter und Denker führen die Betrachter in
die nicht immer leicht zu verdauende Thematik ein.
vlnr.: Markus Hoßfeld, Angela Velten, Bettina Rothenheber, Lars Gölz (Foto: Boris Kany)
Bettina Rothenhebers Bildkompositionen stellen dagegen Fenster in eine moderne „schwarze Romantik“ dar.
Durchweg finden sich in ihren Kompositionen Elemente der heutigen Zeit, die zum Teil als Ausdrucksmittel
einer übersinnlichen Realität einge-setzt werden, wie zum Beispiel bei dem Bild „Kopfkino“, auf dem eine Mischung aus
menschlichem Antlitz und Diaprojektor dargestellt ist. Zum Teil unterstreichen moderne Elemente aber auch die Dynamik,
die an Effekte aus Werbung, Film und Fernsehen erinnert. Besonders deutlich zeigt sich das in der Darstellung
einesfontänenartig aus dem Wasser kommenden Skeletts, dem „Wassermann“, auf den ein im Hintergrund herannahendes
Schiff zusteuert.Wer die Bilder sehen möchte, ist herzlich zu einem Besuch der Ausstellung im Foyer des
Paul-Schnitzer-Saals im Museumszentrum Lorsch eingeladen. Am 6. Oktober um 18 Uhr findet die Vernissage statt,
bei der nach einer Begrüßung durch Lorschs Ersten Stadtrat.Heinrich Ludwig Diplom Politologe Markus Hoßfeld
eine Einführung in das Thema geben wird. Auch die Künstler werden eine kurze Erläuterung zur Entstehung
ihrer Werke geben. Die Ausstellung wird im Anschluss an die Vernissage bis zum 31. Oktober zu den Öffnungszeiten des
Museums (dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr) zu sehen sein.
Während Lars Gölz mit klassischen Malereien und Zeichnungen eher eine romantisierte Darstellung düsterer Thematiken
bietet, steht bei Bettina Rothenheber nüchterne, fotografische Präzision, gepaart mit digitaler Bildbearbeitung und
teilweise effektartiger Dynamik im Vordergrund. Die Malereien von Lars Gölz zeigen Szenen, die thematisch zum englischen
Schauerroman des 19. Jahrhunderts passen. So finden sich auf zwei großformatigen Bildern Darstellungen des
Vampirkusses–Szenen, die auch einer Erzählung des englischen Dichters Lord Byron entstammen könnten. Auch der sich
aus einem gefrorenen See aufrichtende und in der Bewegung erstarrte „Frozen Hero“ passt in dieses literarische Genre, welches
von verbannten Seelen, Schattenwesen und verwunschenen Orten erzählt. Die Portraits einiger Vertreter der so genannten
„schwarzen Romantik“ runden das Bild ab, indem sie den direkten Bezug zu dieser Zeit schaffen.
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